Hochmodernes Bayer-Logistiklager in Bergkamen fertiggestellt

Mit der Fertigstellung und Einweihung des neuen Logistiklagers von Bayer am Standort Bergkamen in Nordrhein-Westfalen konnten wir ein weiteres anspruchsvolles Projekt erfolgreich abschließen. Nach einer aufwändigen Planungsphase von rund drei Jahren und einem Jahr Bauzeit wurde die mehr als 15.000 Quadratmeter große Logistikhalle im März 2026 an die Bayer AG übergeben. Als Teil des Bayer Chemieparks Bergkamen nimmt das neue Logistiklager in Zukunft eine zentrale Rolle bei der Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe ein. Ermshaus und Garcia Architekten haben bei diesem Großprojekt den Bauantrag sowie die Ausführungsplanung übernommen.

Ein Logistiklager mit Schlüsselrolle

Auf einer Fläche so groß wie drei Fußballfelder erreicht das Gebäude eine Lagerkapazität von rund 23.000 Tonnen. Damit bietet es Platz für nahezu 25.000 Paletten, die sowohl zur Lagerung von festen und flüssigen Rohstoffen als auch von Zwischenprodukten dienen. Das Logistiklager in Bergkamen versorgt nicht nur die dortige pharmazeutische Wirkstoffproduktion, sondern auch die Bayer-Produktionsstandorte Wuppertal und Darmstadt. Zusätzlich werden hier fertige Wirkstoffe gelagert und für den weltweiten Versand vorbereitet. Damit übernimmt die Logistikhalle eine zentrale Funktion innerhalb der pharmazeutischen Lieferkette von Bayer.

Bauen unter besonderer Bedingungen

Bereits im Jahr 2022 starteten wir in die Planungsphase für dieses Projekt. Schon früh war klar, dass das Genehmigungsverfahren einige Herausforderungen mit sich bringen würde. Denn die Lagerung pharmazeutischer Wirkstoffe, zu denen auch Gefahrstoffe zählen, unterliegt strengen regulatorischen Vorgaben und stellt hohe Anforderungen an die Sicherheit. Die zentrale Aufgabe bestand deshalb darin, die komplexen Rahmenbedingungen und die logistischen Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen und in eine genehmigungsfähige Planung zu übersetzen. Die Vielzahl an Schnittstellen und Auflagen verlangte daher eine besonders enge Abstimmung mit allen Projektbeteiligten.

BIM-basierte Planung

In enger Zusammenarbeit mit den Partnern von DHL Supply Chain und Goldbeck wurde das Projekt mittels Building Information Modeling (BIM) geplant. So konnten alle Planungsinhalte in einem digitalen Modell zusammengeführt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die modellbasierte Arbeitsweise erleichtert die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, verbessert die Koordination und reduziert Schnittstellenfehler. So konnten wir durch das Arbeiten auf einer gemeinsamen Datenbasis sowohl die Planungssicherheit als auch die Effizienz deutlich erhöhen.

Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil

Ein zentrales Anliegen beim Bau der Logistikhalle war die nachhaltige Ausrichtung des Gebäudes. Das Logistiklager ist so konzipiert, dass es klimaneutral betrieben werden kann. Eine noch zu errichtende Photovoltaikanlage auf dem Dach ist ebenfalls Teil des Energiekonzepts und wird durch den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen ergänzt. Darüber hinaus wurde die Halle auf Basis anerkannter Nachhaltigkeitskriterien entwickelt. Ziel ist eine Gold-Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), was die konsequente Berücksichtigung hoher ökologischer Standards voraussetzt. Der Zertifizierungsprozess hierfür läuft bereits.

Modernste Logistik- und Sicherheitstechnik

Neben der Nachhaltigkeit spielte auch der Einsatz hochmoderner Logistiktechnik eine entscheidende Rolle. Automatische Shuttle-Regale und teilautonome Flurförderzeuge ermöglichen effiziente Abläufe. Gleichzeitig erfordert die Lagerung unterschiedlichster Stoffe besondere Sicherheitsmaßnahmen. Verschiedene Materialgruppen, die miteinander reagieren könnten, mussten räumlich voneinander getrennt werden, weshalb das Logistiklager in elf verschiedene Hallenabschnitte unterteilt ist. Eine große Aufmerksamkeit wurde auch dem Thema Brandschutz gewidmet: feuerbeständige Wände, Sprinkleranlagen in jedem Regalfach, ein Rauchansaugsystem und CO₂-Löscheinrichtungen für brennbare Flüssigkeiten sorgen für maximale Sicherheit im Brandfall.

Das Projekt im Überblick

Nutzung: Logistiklager für pharmazeutische Wirkstoffproduktion von Bayer
Standort: Bergkamen, Nordrhein-Westfalen
Nutzfläche: ca. 15.000 m²
Planungs- und Bauzeit: 2022 bis 2026
Projektpartner: DHL Supply Chain, Goldbeck
Leistungen Ermshaus & Garcia: Bauantrag, Ausführungsplanung

Über Bayer

Bayer ist ein international tätiges Unternehmen mit Schwerpunkt auf den Life-Science-Bereichen Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen möchte das Unternehmen zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen. Der Bayer Chemiepark Bergkamen zählt mit rund 1.700 Mitarbeitenden zu den wichtigsten Produktionsstandorten des Konzerns für pharmazeutische Wirkstoffe. Seit sechs Jahrzehnten ist der Standort weltweit führend in der Herstellung von Kontrastmitteln und hormonellen Wirkstoffen zur Empfängnisverhütung und Frauengesundheit.