„Behörden-Wahnsinn“ Teil 2: Zwischen Häkchen und Hoffnungschimmer

Zu Weihnachten möchten wir die Perspektive einmal ändern und den Fokus gewissermaßen vom „Behörden-Wahnsinn“ auf den „Behörden-Frohsinn“ verlagern. Denn hinter all den Formularbergen und Vorschriften erscheinen immer wieder unverhofft Menschen, die Boten freudiger Botschaften sind. Die helfen möchten, Verantwortung übernehmen und Lösungen finden. So zeigen unsere Gleichnisse, dass trotz alltäglichem Bürokratie-Frust gute Zusammenarbeit möglich ist, wenn Erfahrung, Engagement und Menschlichkeit aufeinandertreffen.

Denn was sie taten, war nicht böse

Es begab sich zu der Zeit, dass die Architekten kamen, die Bauanträge einzureichen, und siehe, sie standen vor den Hallen der Behörde. Und die Formulare lagen aus wie ein endloses Meer von Pergamenten, und die Bestätigungshäkchen in der Behördensoftware waren die Hindernisse, die es zu überwinden galt. Die Menschen in den Ämtern aber waren nicht böse. Nein, sie waren selbst Leidtragende des Behörden-Wahnsinns, gefangen zwischen Regeln, Vorschriften und der Software, die ihnen gebot, nur das Richtige nach dem Gesetz zu tun. Doch zu oft verweigerte sie menschliche Lösungen. Und sie sprachen: „Markiere das Häkchen, sonst geht nichts weiter.“ Und siehe, diese Häkchen waren wie Berge für die Architekten, hoch und unüberwindlich, und viele erschauderten davor.

Das Gleichnis vom barmherzigen Stadtschreiber

Und die Architekten sahen dies, und ihr Herz erbebte, denn Vieles erschien ihnen unnötig und schwer zu ertragen. Doch siehe, unter jenen war ein erfahrener Mann*, der die Lage besonnen betrachtete und sprach: „Fürchtet euch nicht, ich will euch helfen.“ Und er schaute die städtebauliche Gesamtsituation, skizzierte eine Lösung, und kam selbst in das Büro der Architekten, um den rechten Weg aufzuzeigen.

Und siehe, die Stellplätze, die unmöglich schienen, wurden wirklich, und die Herzen der Architekten wurden leichter. Ein Hoffnungsschimmer erhellte die finstere Nacht, und ein Lächeln ward auf alle Münder gelegt.

Das Gleichnis von den Städten, da ein jeder nach eigenem Maß richtet

Es war ein König, der führte sein Reich gerecht und klug. Doch war es schwer, seinen eigenen Weg zu gehen zwischen den Hallen der Nachbarn. Und der König sprach, bei uns muss es anders sein. Und er schuf die Regeln nach seinem Wort. Und der Zugang zu den Bestätigungshäkchen wurde in jedem Reich anders geregelt. Von Reich zu Reich, von Nachbar zu Nachbar. Neue Regeln allerorten. Und er führte die Digitalisierung ein, nach dem Rat seiner IT und die Architekten kamen und sahen, dass Babylon auferstanden war.

Sie freuten sich und sprachen zueinander: „Siehe, so schlimm ist es gar nicht. Und vielleicht versteht man eines Tages sogar die Software.“ So ward Hoffnung geboren, zwischen Frust und Regelwerk, zwischen Häkchen und Behörden-Wahnsinn.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Denn so ist es: Manchmal erschrickt der Mensch vor Formularen, manchmal seufzt er über absurde Forderungen, manchmal lacht er leise über Regeln, die das Leben erschweren. Aber die Erfahrung und der gute Wille eines Einzelnen können selbst die härtesten Paragraphen mildern und den Behörden-Wahnsinn ein klein wenig menschlicher machen.

* vielen Dank an Herrn Sendzik